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Unsere neuesten Veröffentlichungen

Was machen saarländische Hauptschülerinnen und Hauptschüler nach ihrem Abschluss?
Koch, Michael
HauptschülerInnen verlassen die Schule in der Regel nach neun Jahren Schulzeit und damit früher als AbsolventInnen des mittleren Bildungsabschlusses oder AbiturientInnen. Ziel ist es, die HauptschülerInnen in dieser Zeit auf die berufliche Ausbildung vorzubereiten. Es zeigt sich jedoch, dass nach dem Ende der Schulzeit viele HauptschülerInnen in weiteren schulischen Maßnahmen im Übergangssystem münden und nur wenige zusammen mit den Ausbildungsinteressierten mit höheren Bildungsabschlüssen auf dem Ausbildungsmarkt um die von den Betrieben angebotenen Ausbildungsplätze konkurrieren. Nach Kenntnis der Autoren ist die vorliegende Untersuchung die erste öffentlich zugängliche empirische Studie zur Situation der saarländischen HauptschülerInnen.

Wilhelm Uhthoff: Aus dem Nachlass
 
Diese Monographie stellt bisher unveröffentlichtes Material aus Familienbesitz des Mediziners Wilhelm Uhthoff vor. Ediert werden autobiographische Texte, Texte von Zeitgenossen sowie analoge und digitale Dokumente zum Wirken dieses bedeutenden Ophthalmologen. Die Konturierung des beispielhaften Privat- und Berufslebens eines herausragenden Ophthalmologen seiner Zeit sollte Aufmerksamkeit bei allen Augenärzten, Medizin- und Kulturhistorikern sowie Mecklenburgern, früheren und jetzigen Schlesiern (polnisch: Slazacy) finden. Nicht zuletzt leuchtet wie durch ein Prisma in einem Einzelschicksal die zweite Hälfte des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts in zunächst längst untergegangenen gutsherrlichen, ländlichen, mecklenburgischen, später akademischen, augenärztlichen, universitären, gesellschaftspolitischen und schlesischen augenärztlichen Facetten in einem größeren historischen Kontext auf.

Staat, Wirtschaft und Arbeitsbeziehungen in Deutschland und Frankreich : vergleichende Perspektiven im europäischen und globalen Kontext
Lüsebrink, Hans-Jürgen et al.
Die Beiträge in diesem Band sind Ergebnis einer Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Staat, Wirtschaft und Arbeitsbeziehungen in Deutschland und Frankreich unter dem Einfluss von Europäisierung und Globalisierung“, die Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink (Seniorprofessur für Romanische Kulturwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation) und Dr. Luitpold Rampeltshammer (Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt der Universität des Saarlandes) im Wintersemester 2016/17 durchgeführt haben. Die Beiträge zur Veranstaltungsreihe befassen sich mit den Veränderungen in ausgewählten Bereichen (Wirtschaftspolitik, Industriepolitik, Arbeitsmärkte und Arbeitsbeziehungen) im Beziehungsgeflecht von Wirtschaft, Politik und Arbeit in Deutschland und Frankreich, die durch Europäisierung und Globalisierung entstanden sind. Die im öffentlichen Diskurs vorgetragenen Thesen, entweder der Konvergenz oder der persistierenden Divergenz dieser Bereiche, standen im Fokus.

Der Islam und die Genese Europas: Zwischen Ideologie und Geschichtswissenschaft, Europavortrag des Historischen Instituts von Prof. Dr. Daniel König
Prof Dr. König
Inwiefern und bis zu welchem Grade ‚der Islam‘ das Leben in europäischen Gesellschaften der Gegenwart und Zukunft beeinflusst, ist derzeit Gegenstand einer politisch und emotional stark aufgeladenen Debatte. Als Gradmesser für das gesellschaftliche Interesse an dieser Frage kann die große Aufmerksamkeit dienen, die eine europäische Leserschaft zwei französischen Romanen der Jahre 2015 und 2016 entgegenbrachte: Michel Houellebecqs Roman „Soumission“ beschreibt, wie radikal-islamische Kräfte 2022 die Herrschaft in Frankreich und anderen Teilen Europas übernehmen. Boualem Sansals „2084“ wiederum spielt im fiktiven Abistan, einem weite Teile der Welt umfassenden Schreckensstaat, der sich einer islamisch-fundamentalistisch inspirierten Religion bedient, um totalitäre Herrschaft auszuüben.

Ecclesia semper reformanda: Ergebnisse der Reformationssynode der Evangelischen Kirchenkreise und Kirchenbezirke an der Saar und der Fachrichtung Evangelische Theologie am 11. März 2017 an der Universität des Saarlandes
 
Vor 500 Jahren hat Martin Luther ein ganzes Spektrum an Entwicklungen im Bereich der Kirchen, der Gesellschaft, der Kultur und der Politik ausgelöst. Sein Wittenberger Thesenanschlag und der davon ausgehende reformatorische Impuls war der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Denn bis heute prägt die Reformation nicht nur das religiöse Leben in Deutschland. Die Reformation hat auch maßgeblich zur Aufklärung, zur Herausbildung von Menschenrechten und letztlich auch der Demokratie beigetragen. Dem Motto der Saar-Reformationssynode „Ecclesia semper reformanda“ kann man getrost die Aufforderung folgen lassen, dass sich neben der Kirche auch die Gesellschaft ständig reformieren muss. Dabei gilt für Kirchen und Gesellschaft gleichermaßen: das Geschenk der Freiheit, das nach Luther aus Glaube und Gottesgnade resultiert, ist der Ursprung jeder Veränderung. Dieser Freiheit müssen wir uns immer aufs Neue bewusst werden und stellen. Sie ist der Ausgangspunkt für eine Gesellschaft der Teilhabe, der sozialen Gerechtigkeit und der Humanität. Sie ist aber auch der Kern einer sich immer neu verändernden evangelischen Kirche, die das Evangelium in der Welt so verkündigen kann, dass sie gehört, gesehen und verstanden wird. Die nun vorliegenden Wortbeiträge zur Saar-Reformations synode greifen diese Themen umfassend und in der gebotenen Tiefe auf. Sie präsentieren eine lebendige Kirche, die mutig in die Zukunft blickt und Gegenwärtiges hinterfragt und prüft. Gleichzeitig kommt diese Kirche auch dem Auftrag nach, das Evangelium und seine Botschaft in unsere heutige komplexe Welt zu übertragen. Von diesen Beiträgen geht Inspiration und Kraft aus. Ganz im reformatorischen Sinne stellen sie sich den Gegebenheiten einer sich schnell verändernden Welt und den damit verbundenen Herausforderungen für den Glauben und die Kirchen. Eine Welt, die in weiten Teilen gezeichnet ist von Ungerechtigkeit, Not und Missachtungen der Menschenwürde, braucht diese Botschaften, die geprägt sind von Brüderlichkeit, von Solidarität und Freiheit.

Frieden schaffen mit (oder trotz) Religion?: Vortrag im Rahmen des Studientags der Fachrichtung Evangelische Theologie an der Universität des Saarlandes am Buß- und Bettag 16. November 2016
Käßmann, Margot
Welchen Einfluss Religion auf das Führen von Kriegen und die Schaffung von Frieden ausgeübt hat und noch immer ausübt, erfahren wir in Geschichtsbüchern und täglich durch die Medien. Kann man Frieden schaffen mit Religion – oder wenn es sein muss auch gegen sie? Ist Religion hinderlich oder förderlich für Frieden schaffende Initiativen? Was sind die „ganz andere[n] Formen, Konflikte zu bewältigen“? „Frieden schaffen mit (oder trotz) Religion?“

Geld im mittelalterlichen Denken: Bemerkungen zur monetären Wende des späten Mittelalters, Antrittsvorlesung 14. Dezember 2016
Vogel, Christian
Geld betrifft uns alle, und wahrscheinlich hat jeder von Ihnen jetzt im Moment welches bei sich, sei es in Form von Metall, Papier, Plastik oder neuerdings auch als App. Geld ist in den meisten uns bekannten und verbreiteten Kulturen auf dieser Erde in irgendeiner Form vorhanden und das schon seit Jahrtausenden. Sucht man den Ursprung des Geldes, muss man weit in die Antike zurückgehen. Auf die längste Geschichte kann dabei das Metallgeld in Münzform zurückblicken, das seit etwas mehr als zweieinhalb Jahr tausenden in Gebrauch ist. Und hat man die Verse der Carmina Burana im Hinterkopf, so fragt man sich, ob sich an der Einstellung der Menschen und der Gesellschaft insgesamt zum Geld und zu seiner Funktion jemals etwas geändert hat.

In memoriam Prof. Dr. Barbara Sandig (1939 – 2013): Erinnerungen und Würdigungen
 
Im Alter von 73 Jahren verstarb am 1. März 2013 überraschend die emeritierte Professorin für Neuere Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität des Saarlandes. Um ihre Persönlichkeit und ihr wissenschaftliches Wirken zu würdigen, entstand die Idee, ihr „In memoriam“ eine Ausgabe der Saarbrücker Universitätsreden“ zu widmen und darin Erinnerungen und Beiträge von Kolleginnen und Kollegen, langjährigen wissenschaftlichen Weggefährten und aus ihrem weiten Schülerkreis aufzunehmen. Im Einvernehmen mit der Fachrichtung Germanistik wurde das Projekt vom Universitätsarchiv realisiert und von Prof. Sandigs Ehemann Horst Hoen und ihrer langjährigen akademischen Mitarbeiterin Ulla Bohnes unterstützt.

Die literarische Reflexion der reformatorischen Obrigkeitslehre im Werk Thomas Naogeorgs
Lucchi, Thomas
Im Jahr 1525 werden Martin Luthers Forderungen nach einer Reform der christlichen Kirche und ihres Verhältnisses zum deutschen Reich von den Bauern in den Dienst ihrer Interessen gestellt, um die Landesfürsten auf ihre wirtschaftlich angespannte Situation aufmerksam zu machen; bei gleichbleibenden Bewirtschaftungskosten können sie weder ihre Produktion steigern noch ihre Preise dem rasch wachsenden Angebot des Handwerks anpassen. Aus diesem Grund sieht sich Martin Luther dazu veranlasst, sein Verständnis zur Obrigkeit genauer darzulegen. Er unterscheidet dabei zwischen der geistlichen Obrigkeit, die nur für das Seelenheil der Christen zuständig ist, und der weltlichen Obrigkeit, die das leibliche Wohl ihrer Untertanen gewährleistet. Am Beispiel des Reformationsdramatikers Thomas Naogeorg wird im ersten Teil der Arbeit untersucht, inwieweit über die populärere lutherische Rechtfertigungslehre hinaus – die beispielsweise in Naogeorgs Mercator thematisiert wird – auch Luthers Obrigkeitslehre von Reformationsautoren rezipiert worden ist. Im zweiten Teil der Arbeit wird dann anhand ausgewählter biblischer Prätexte untersucht, inwieweit Thomas Naogeorg seine Bibeldramen nutzt, um Kritik an den Strukturen des Heiligen Römischen Reiches und der Religionspolitik Karls V. zu üben.

Lexical Ambiguity in Machine Translation and its Impact on the Evaluation of Output by Users
Djiako, Gabriel Armand
Der kunstvolle Einsatz von Mehrdeutigkeit in der Politik und im Marketing hat viele Vorteile, weil Mehrdeutigkeit Politikern und Werbeagenturen dabei helfen kann, zwischen mehreren möglichen Bedeutungen zu navigieren und gleichzeitig effektiv zu kommunizieren, ohne Kontroverse auszulösen. Jedoch ist Mehrdeutigkeit in der maschinellen Übersetzung häufig als ein „wichtiger Engpass für Fortschritt” beschrieben worden (Dale, Moisl and Somers 2000). Obwohl viele Studien sich auf die Beschreibung der Mehrdeutigkeit als linguistisches und philosophisches Phänomen konzentrieren, hat bislang keine Studie die Auswirkung von Mehrdeutigkeit auf maschinell übersetzte Korpora gemessen. Diese quantitative Fallstudie setzt es sich zum Ziel, den Einfluss von Mehrdeutigkeit auf die Qualität von Übersetzungsergebnissen zu untersuchen und liefert somit konkrete Daten, um diese Auswirkungen zu messen. In einer empirischen Studie wurden ausgewählte Korpora, welche lexikalische Mehrdeutigkeit enthalten, mit unterschiedlichen M.Ü.-Systemen wie Google Translate und Personal Translator übersetzt. Dank einer komparativen bzw. kontrastiven Analyse menschlicher Urteile konnte die Qualitätsbewertung gemessen werden und demnach auch der Einfluss der Mehrdeutigkeit auf maschinell übersetzten Output. Zu diesem Zweck wurden Metriken wie Flüssigkeit und Adäquanz, die in den meisten Studien verwendet werden, eingesetzt. Zwei Reihen Korpora wurden verglichen: Korpora, die mehrdeutige Abschnitte enthalten und Korpora ohne mehrdeutige Lexeme. Basierend auf 10 Benutzer-Urteilen zur M.Ü.-Qualität zeigen wir, wie die Metriken der Flüssigkeit und Adäquanz durch Mehrdeutigkeit negativ beeinflusst werden. Unsere Untersuchungen zeigen, dass keine absolute Wechselbeziehung zwischen den für Flüssigkeit und Adäquanz gemessenen Werten besteht. Abschließend umfasst diese Arbeit zudem eine Übersicht unterschiedlicher Formen von Mehrdeutigkeit sowie Disambiguierungsansätze in der maschinellen Übersetzung.